Mitten im Leben beten, das hat was.
Ein Kollege hat mir von einer besonderen Zugfahrt erzählt. In seinem Abteil waren noch ein Herr mit Laptop, eine ältere Dame mit Strickzeug und eine Mutter mit kleinem Jungen und großem Bilderbuch. Das Bilderbuch war so eines, in dem Berufe vorgestellt werden. Ein Bäcker backt, ein Rennfahrer fährt Rennen usw. Irgendwann schaut der kleine Junge den Pfarrer und fragt: „Und was bist du?“ Der Pfarrer sagt: „Ich bin Pfarrer.“ Der Junge (noch ganz auf dem Trip von „Ein Bäcker backt, ein Rennfahrer fährt Rennen“) denkt kurz nach und fragt dann: „Kannst du beten?“ Der Pfarrer antwortet: „Ja!“ Woraufhin der Knirps ihn auffordert: „Bet mal!“
Ein Kollege hat mir von einer besonderen Zugfahrt erzählt. In seinem Abteil waren noch ein Herr mit Laptop, eine ältere Dame mit Strickzeug und eine Mutter mit kleinem Jungen und großem Bilderbuch. Das Bilderbuch war so eines, in dem Berufe vorgestellt werden. Ein Bäcker backt, ein Rennfahrer fährt Rennen usw. Irgendwann schaut der kleine Junge den Pfarrer und fragt: „Und was bist du?“ Der Pfarrer sagt: „Ich bin Pfarrer.“ Der Junge (noch ganz auf dem Trip von „Ein Bäcker backt, ein Rennfahrer fährt Rennen“) denkt kurz nach und fragt dann: „Kannst du beten?“ Der Pfarrer antwortet: „Ja!“ Woraufhin der Knirps ihn auffordert: „Bet mal!“
Sofort hört der Laptop auf zu laptopen, die Stricknadeln hören auf zu klappern, Mami hat so ein unsichtbares Schild um, auf dem steht: „Ich gehöre nicht zu diesem Kind!“ Und dem Pfarrer ist die Situation auch nicht wirklich geheuer.
Aber – wie es manchmal so ist mit Kindern - es gibt kein Entkommen. Notgedrungen faltet der Pfarrer die Hände und ist einen Moment still.
Aber – wie es manchmal so ist mit Kindern - es gibt kein Entkommen. Notgedrungen faltet der Pfarrer die Hände und ist einen Moment still.
Was kann man beten, so mitten im Leben?
Im Grunde hat er dann einfach mit Gott geredet. Hat gedankt für den Tag und für das Zugfahren. „Und bitte behüte uns und die andren hier im Zug. Pass auf uns auf – auch nachher, wenn wir aussteigen.“ Nach dem „Amen!“ haben sich alle wieder erholt und die Zugfahrt ist ohne weitere Zwischenfälle weitergegangen.
Im Grunde hat er dann einfach mit Gott geredet. Hat gedankt für den Tag und für das Zugfahren. „Und bitte behüte uns und die andren hier im Zug. Pass auf uns auf – auch nachher, wenn wir aussteigen.“ Nach dem „Amen!“ haben sich alle wieder erholt und die Zugfahrt ist ohne weitere Zwischenfälle weitergegangen.
Es ist lange her, dass mir der Kollege von dieser Zugfahrt erzählt hat. Seither begleitet mich dieser Anstupser des kleinen Jungen: „Bet mal!“
Mitten im Leben kann ich beten. Einfach mit Gott reden. Daheim auf dem Sofa, auf dem Heimweg von der Arbeit, unterwegs zur kranken Freundin. Wo auch immer, wie auch immer. Einfach mit Gott reden.
Es geht gar nicht darum, an einem heiligen Ort heilige Worte zu sprechen. Wenn ich bete, müssen das keine wohlgesetzten Worte sein. Ich glaube, das Beten darf direkt aus meinem Herzen kommen. Von meinem Herzen in Gottes Herz. Der Stoßseufzer Richtung Gott, wenn mir etwas schwer zu schaffen macht, der ist ein Gebet. Wenn es fröhlich aus mir heraussprudelt: ein Gebet. Wenn ich still an einen Menschen denke, um den ich mich sorge, wenn ich ihn Gott hinhalte wie etwas Kostbares, Zerbrechliches: ein Gebet. Manchmal ist sogar meine geballte Faust ein Gebet.
Mitten im Leben kann ich beten. Einfach mit Gott reden. Daheim auf dem Sofa, auf dem Heimweg von der Arbeit, unterwegs zur kranken Freundin. Wo auch immer, wie auch immer. Einfach mit Gott reden.
Es geht gar nicht darum, an einem heiligen Ort heilige Worte zu sprechen. Wenn ich bete, müssen das keine wohlgesetzten Worte sein. Ich glaube, das Beten darf direkt aus meinem Herzen kommen. Von meinem Herzen in Gottes Herz. Der Stoßseufzer Richtung Gott, wenn mir etwas schwer zu schaffen macht, der ist ein Gebet. Wenn es fröhlich aus mir heraussprudelt: ein Gebet. Wenn ich still an einen Menschen denke, um den ich mich sorge, wenn ich ihn Gott hinhalte wie etwas Kostbares, Zerbrechliches: ein Gebet. Manchmal ist sogar meine geballte Faust ein Gebet.
Mitten im Leben vergesse ich von Zeit zu Zeit, dass ich einfach mit Gott reden kann. So von Herz zu Herz. Dann ist es gut, wenn mir der Junge aus dem Zug wieder einfällt: „Bet mal!“ Mitten im Leben.