Der Tod gehört zum Leben. Werden und Vergehen ist Teil von allem. Sie bestimmen unser Leben, auch das Leben unserer Kinder. Dabei ist der Verlust durch den Tod eines geliebten Menschen die größte Verlusterfahrung, die ein Kind machen kann. Aber auch andere Ereignisse im Leben eines Kindes lösen Trauer aus.
Trauer ist ein ganz normales Gefühl. Sie ist keine Krankheit, sondern eine wertvolle Fähigkeit von uns Menschen. Mit ihr verarbeiten wir einen bedeutsamen Verlust.
Die Frage ist also nicht, wie wir Trauer von Kindern fernhalten können. Sondern wie wir unsere Kinder auf diese Lebenserfahrung vorbereiten können. Deswegen sollten Kinder die Möglichkeit bekommen, auch über kleine Verluste zu trauern. So können sie Erfahrungen machen, die ihnen weiterhelfen und Strategien für gelingende Trauerbewältigung entdecken lassen. Das hilft ihnen, Vertrauen und Ich-Stärke zu entwickeln.
Kinder trauern ...
... punktuell und phasenweise
... handelnd. Sie „tun“ Trauer.
... im schnellem Wechsel der Gefühlslagen und Verhaltensweisen.
Sie können innerhalb kurzer Zeit in „Pfützen der Trauer“ hinein und dann fröhlich wieder hinausspringen. Das ist kein Zeichen fehlender Trauer!
- Sie reagieren mit körperlichen Symptomen (Kopf/Bauchschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit, Herzschmerzen…. ).
- Mit Trennungs- und Verlustangst
- Manche Kinder entwickeln Schuldgefühle.
... gemäß ihrer alterstypischen Entwicklung.
Was trauernden Kindern hilft:
- Bei Trauer ist der erste Trost, traurig sein zu dürfen!
- Zeit und Raum für Trauer
- Körperliche Nähe zu ihren Bezugspersonen
- Offenheit. Zeigen Sie ihre eigenen Gefühle, auch die eigene Traurigkeit. Dann kann auch ihr Kind Trauer zulassen.
- Eindeutigkeit: Teilen sie dem Kind eindeutig mit, dass jemand gestorben ist. Bilder wie „er ist eingeschlafen“ wecken Ängste und Phantasien
- Bewegung
- Fröhlich sein dürfen
- Nehmen Sie das Kind mit auf eine Beerdigung, aber erklären Sie vorher genau, was passiert. Beziehen sie ihr Kind mit ein (Kerze gestalten. Bild malen…)
- Eigene Rituale und eigenes Erzählen unterstützten das Erinnern an den Verstorbenen
- Es ist gut, Kindern Angebote von Hoffnungsbildern zu geben und sie zugleich zu motivieren, selbst welche zu entdecken .
- Auch wenn Sie keine festen religiösen Überzeugungen haben: Wagen Sie doch gemeinsam mit dem Kind zu hoffen oder zu träumen!
- Aufrichtigkeit: Sie müssen nicht auf alles eine Antwort haben!
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Margit Franz, Tabuthema Trauerarbeit. Kinder begleiten bei Abschied, Verlust und Tod, München 2021
Praxistipp:
Margit Franz, Mit Kindern über Abschied, Verlust und Tod sprechen. Impulskarten für Kita, Grundschule und Familie, München 2021